Kirche wird zum Treibhaus

Selm - Die Liederbrücke Selm feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag. Anlass für eine mehrtägige Fahrt ins Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz vom 26. bis 29. Mai.

Los ging es am Donnerstag (26.). Nach fast zehnstündiger Busfahrt kamen die Sänger im Markgräflerland an und wurden mit einem Gläschen Sekt begrüßt. Ein Spaziergang durch die Weinberge - mit entsprechendem Genuss der dort vornehmlich angebauten Gutedel-Traube - lockerte die Muskeln und machte sangesfreudig.

Die einheimischen Weinbauern waren begeistert von "Sierra Madre" und dem "Trinklied" vor der Kulisse des Schwarzwaldes. Später am Abend begrüßten die Selmer in der Bar zwei nette Sängerinnen und einen Sänger der "Happy People", so heißt der gastgebende Chor aus Wehr, der die Liederbrücke zu einem Doppelkonzert am Freitag eingeladen hatte.

Am Freitagmorgen stand eine Besichtigung des Güterhafens von Basel auf dem Programm. Am Nachmittag wurde es Zeit. Die Heimatstadt von Anne-Sophie Mutter wartete: Wehr - eine Kleinstadt in der Nähe von Bad Säckingen. Der dort heimische Gospelchor "Happy People" hatte umfangreiche Vorbereitungen für ein Konzert getroffen. Die Generalprobe fand in der evangelischen Kirche statt.

Um 19.30 Uhr strömten die Menschen in die Kirche. Was sich dann in den nächsten dreieinhalb Stunden ereignete, war umwerfend. Die Liederbrücke sang 75 Minuten lang vor einem begeisterten Publikum. Geistliches Liedgut bot sie zur Eröffnung und zeigte so auch die Bandbreite des Chores. Dann bei "John Peel" und "Der kleine grüne Kaktus" stand die Kirche Kopf. Nicht ohne Zugabe verabschiedete man die Selmer in die Pause. Von allen Seiten wurden die Liederbrücke und ihr Chorleiter Hans W. Schumacher mit Lob für den großartigen Vortrag überschüttet.

"Lieder-Brücke"

Auch der Gastgeber "Happy People" lieferte nach der Pause ein wunderschönes Feuerwerk von Melodien. Die Kirche war mittlerweile vom anfänglich kühlen Ort zum Treibhaus geworden. Der Schweiß floss in Strömen als "Schumi" beim gemeinsam gesungenen "Rock my Soul" alles aus den Sängern und den Besuchern herausholte. Der Moderator des Abends verkündete danach spontan von der Kanzel, dem Bürgermeister vorzuschlagen, eine Brücke in Wehr in "Lieder-Brücke" umzutaufen.

Dieser wunderbare Tag war für die Selmer Anlass und Freude, eine Einladung zum Gegenbesuch auszusprechen. Vielleicht ist schon im nächsten Jahr ein Doppelkonzert in Selm möglich.

09. Juni 2005 | Quelle: Ruhr Nachrichten (Selm)


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